Zertifikate – für jede Marktmeinung und jeden Anlegertyp!


von onemarkets Magazin
am 31.05.17 um 8:05 Uhr in Interview / Investment / Magazin / onemarkets Magazin Juni 2017 / Wissen


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Die im Herbst vergangenen Jahres entfachte Börsenrallye, die bis heute Bestand hat, gab auch dem Handel mit Anlageprodukten Aufwind. Besonders beliebt sind nach Ansicht von Experte Sebastian Bleser Express-, Discount- und Bonus-Cap-Zertifikate. Anleger haben die Wahl.

onemarkets Magazinonemarkets: Die Aktienmärkte präsentieren sich derzeit überaus stark. Woran liegt das?

Sebastian Bleser: Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen zeigten die Unternehmen für das erste Quartal 2017 ein gutes Gewinnwachstum und zahlreiche Konzernchefs blicken durchaus optimistisch auf das Gesamtjahr. Zum anderen hält die europäische Notenbank bis auf Weiteres an den niedrigen Zinsen fest. Der Anleihenmarkt bietet schon seit geraumer Zeit keine vernünftigen Renditen mehr. Wer sein Vermögen erhalten oder gar vermehren will, muss also Risiken eingehen und investiert einen Teil des Vermögens in den Aktienmarkt. Zusätzlichen Auftrieb bekamen die Märkte durch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. Schließlich versprach er, viele Milliarden Dollar in Investitionen zu stecken und die Unternehmenssteuern zu senken. Das kam bei den Investoren gut an.

onemarkets: Sie sind unter anderem für die Palette an Anlageprodukten bei HypoVereinsbank onemarkets verantwortlich. Meinen Sie, dass die Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt auch den Derivatemarkt erfasst?

Bleser: Die Zahlen vom Deutschen Derivate Verband zeigen, dass die Börsenumsätze in Anlageprodukten seit November 2016 – der Wahl von Donald Trump und dem Start der jüngsten Börsenrallye – deutlich zulegten. Das konnten wir bei HypoVereinsbank onemarkets ebenfalls feststellen. Viele Investoren greifen dabei neben Express-Zertifikaten vor allem nach Discount- und Bonus-Cap-Zertifikaten.

onemarkets: Können Sie Discount- und Bonus-Cap-Zertifikate erklären?

Bleser: Anlageprodukte wie Discount- und Bonus-Cap-Zertifikate beziehen sich auf einen Basiswert. Dieser kann beispielsweise eine Aktie wie die Daimler AG oder ein Aktienindex wie der DAX® sein. Ein Discount-Zertifikat auf Daimler hat eine festgelegte Laufzeit und ein sogenanntes Cap. Das ist die obere Kursgrenze. Notiert die Aktie am Ende der Laufzeit auf Höhe des Cap oder darüber bekommen Anleger eine Rückzahlung in Höhe des Cap – angepasst um das Bezugsverhältnis – ausbezahlt. Der besondere Dreh an diesen Papieren ist: Sie notieren mit einem Abschlag gegenüber dem Aktienkurs. Investoren sparen also beim Einstieg und haben ein geringeres Verlustrisiko gegenüber dem Direktinvestment aufgrund des Discount. Notiert die Aktie jedoch am finalen Bewertungstag unter den Kaufkurs des Discount-Zertifikats erleidet der Anleger einen Verlust.

Bei Bonus-Cap-Zertifikaten gibt es ebenfalls ein Cap. Zusätzlich ist bei diesen Papieren noch eine Barriere eingebaut. Bei Daimler könnte das Cap beispielsweise bei 80 Euro und die Barriere bei 50 Euro liegen. Wird die Barriere bis zum Laufzeitende des Zertifikates nicht berührt oder unterschritten, bekommen Investoren den Cap-Betrag ausbezahlt. Wird die Barriere während der Laufzeit berührt, ist die Chance auf den Bonusbetrag weg und es drohen Verluste. 

onemarkets: Welche Anlagestrategie verfolgen Investoren mit solchen Wertpapieren?

Bleser: Diese Wertpapiere sind vielseitig einsetzbar. Die Auswahl hängt sehr von der Risikoneigung und dem Anlagehorizont des Investors ab. Wir sehen, dass viele Anleger Discount-Zertifikate auf den DAX® mit (sehr) tiefen Barrieren und Laufzeiten zwischen sechs und zwölf Monaten wählen. Ein Discounter auf den DAX® mit einem Discount von rund 25 Prozent – das Cap liegt also bei rund 9.300 Punkten – und einer Laufzeit bis Ende des Jahres bringt eine Renditechance vor Erwerbs und Veräußerungskosten von aktuell rund 0,6 Prozent. Die Rendite von 0,6 Prozent ist jedoch keineswegs sicher. Fällt der Index bis Laufzeitende unter 9.300 Punkte drohen gar Verluste. Grundsätzlich sind Zertifikate und strukturierte Anleihen Schuldverschreibungen des Emittenten und bieten daher keinen 100 prozentigen Kapitalschutz. Bei einer Insolvenz drohen Verluste bis hin zum Totalverlust. Die Kreditwürdigkeit keines Emittenten ist so hoch eingestuft wie die der Bundesregierung. Andererseits weisen Investments wie kurzfristige Bundesanleihen derzeit eine negative Rendite auf! Bonus-Cap-Zertifikate werden für verschiedene Strategien eingesetzt. Einige Anleger wählen Wertpapiere mit relativ großem Abstand zur Barriere und sind mit einer Renditechance von zwei Prozent im Jahr zufrieden. Wir sehen jedoch, dass derzeit immer mehr Investoren Bonus-Cap- Zertifikate mit relativ kleinen Abständen zur Barriere und einem außerordentlich hohen Cap-Level wählen, um eine deutlich überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. HypoVereinsbank onemarkets hat beispielsweise ein Bonus-Cap-Zertifikat auf den DAX® mit einer Barriere bei 8.400 und einem Cap bei 55.000 Punkten. Im Bestfall können Anleger über 2,5 Prozent Rendite – vor Transaktions- und Depotkosten – erzielen. Wenn nicht, drohen überdurchschnittliche Verluste.

onemarkets: In Deutschland sind derzeit über 1,3 Millionen Hebel- und Anlageprodukte notiert. Wie finden Anleger das passende Produkt?

Bleser: Die Zahl ist tatsächlich enorm. Wir steuern inzwischen fast 100.000 Produkte zum Gesamtvolumen bei. Zuletzt haben wir vor allem unser Angebot an Discount- sowie Bonus-Cap- und klassischen Bonus-Zertifikaten auf deutsche und europäische Aktien deutlich ausgebaut. In unseren Seminaren, Webinaren und Messeveranstaltungen stellen wir jedoch fest, dass viele Investoren durchaus ein gutes Produkt- und Marktverständnis haben. Wer die Chancen und Risiken also kennt, kann das optimale Papier durch die Wahl der jeweiligen Barriere oder/und des Caps schnell finden. 

onemarkets: Soll das heißen, dass Zertifikate nur für Fortgeschrittene geeignet sind?

Bleser: Nein, im Gegenteil. Wir sehen immer wieder Investoren, die noch vergleichsweise wenig Erfahrung mit diesen Wertpapieren haben. Für sie haben wir in den zurückliegenden Monaten sowohl Broschüren zum Lesen als auch kleine Videos erstellt, um ihnen die Produkte und die Einsatzmöglichkeiten näherzubringen. Für Kunden der HypoVereinsbank bieten wir zudem den Produktkonfigurator my.onemarkets an. Gemeinsam mit dem Berater können Anleger in wenigen Minuten ein individuell erstelltes Produkt – nach ihrer Risikoneigung und ihrer gewünschten erzielbaren Rendite – begeben. So sparen sie sich die Suche unter 1,3 Millionen Produkten.

onemarkets: Individuelle Produktlösungen werden bei HypoVereinsbank onemarkets groß geschrieben. Seit Sommer vergangenen Jahres gibt es neben my.onemarkets den Produktkonfigurator my.one direct. Können Sie ein erstes Zwischenfazit ziehen?

Bleser: My.onemarkets ist unsere Lösung für individuelle Anlageprodukte. My.one direct richtet sich an Anleger, die in Hebelprodukte wie K.O.-Zertifikate investieren. Derzeit ist es zwar nur für Kunden der Direktbank flatex zugänglich. Dennoch sehen wir, dass es sehr rege genutzt wird. Derzeit arbeiten wir am Ausbau des Konfigurators, sowohl was das Produktangebot als auch die Anbindung für Kunden anderer (Direkt-)Banken angeht. In den kommenden Monaten ist hier mit Neuigkeiten zu rechnen. 

onemarkets: Der Aufwind am Aktienmarkt war zuletzt ein guter Katalysator für den Derivatemarkt. Wie geht es in den kommenden Monaten weiter?

Bleser: Unsere Anlagestrategen rechnen für die kommenden Monate sowohl beim DAX® als auch beim EURO STOXX 50® (Price-) Index mit einem Seitwärtstrend. Bei den Sektoren stufen sie unter anderem den Banken- und Technologiebereich mit „Übergewichten“ ein.

onemarkets: Was bedeutet das für die Investoren?

Bleser: Wie bereits angesprochen, können Discount- sowie Bonus- und Bonus-Cap- Zertifikate ihre Stärken im Seitwärtstrend ausspielen. Der jüngste Anstieg der Aktienmärkte führte zudem dazu, dass die erwartete Volatilität auf ein extrem niedriges Niveau gefallen ist. Das heißt: Optionsscheine sowie Discount-Optionsscheine sind – gemessen an der Prämie – relativ günstig. Wer dem Frieden an der Börse nicht traut, kann seine Aktienpositionen also bis zu einem gewissen Grad kostengünstig absichern. Setzt sich die Rallye aber fort, geht der Einsatz für die Absicherung möglicherweise verloren. Investoren, die zwar die Einschätzung unserer Strategen teilen und optimistisch für den europäischen Bankensektor gestimmt sind, denen aber das Risiko zu hoch ist, bieten wir seit Kurzem Bonus-Cap-Zertifikate auf den STOXX® Europe 600 Banks Index. Solche und andere Ideen gibt es bei uns immer wieder. Am besten, Investoren schauen auf unserer Homepage vorbei oder informieren sich über unseren onemarkets Blog. Dort stellen wir regelmäßig interessante Anlage- und Tradingideen vor.

onemarkets: Herr Bleser, vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person: Sebastian Bleser

Der Spezialist für strukturierte Finanzprodukte kam 2011 zur UniCredit nach München. Als Director im Bereich Corporate & Investment Banking betreut er das Zertifikate- und Hebelproduktegeschäft in Deutschland unter der Marke HypoVereinsbank onemarkets.

Bildnachweis:

  • UniCredit Bank AG


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