Wissen: Derivate und Dividenden
0
Print Friendly, PDF & Email

Die Dividendensaison ist da! Viele Anlegerinnen und Anleger freuen sich über die Aus­schüttungen. Doch wie wirken sich Dividenden auf Derivate aus?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass nur die Aktionärinnen und Aktionäre eines Unternehmens dividendenberechtigt sind. Das heißt, nur wer das Papier am Dividendenstichtag im Depot hat, kommt in den Genuss einer Ausschüttung. All diejenigen, die in Form eines Derivates bzw. Zertifikats an der Kursentwicklung der Aktie partizipieren, haben grundsätzlich keinen Anspruch. Ein Derivat ist ein Finanzinstrument, dessen Preis und Wertentwicklung von der Entwicklung eines Basiswerts, z.B. eines Index oder einer Aktie, abhängen. Es ermöglicht, auf die Kursentwicklung dieses Basiswertes zu spekulieren, ohne ihn selbst zu besitzen.

Dividenden und Optionsscheine

Am Ex-Tag, dem für die Dividendenausschüttung maßgeblichen Tag, sinkt der Aktienkurs normalerweise um den Wert der ausgeschütteten Dividende. Angenommen, eine Aktie notiert bei 10 Euro und die Dividende beträgt 50 Cent, so sinkt der Aktien­kurs nach der Dividendenzahlung auf ca. 9,50 Euro, was einem Rückgang von 5 Prozent entspricht. Findige Anlegerinnen und Anleger könnten nun davon ausgehen, dass sie mit einem Short-Produkt von dem erwarteten Kursrückgang der Aktie aufgrund der Dividendenausschüttung profitieren können, indem sie auf fallende Kurse setzen. Denn theoretisch müsste der Kauf eines Put-Optionsscheins vor dem Ex-Tag gewinnbringend sein, da der erwartete Kursrückgang der Aktie den Wert des Puts erhöhen könnte, während der Kauf eines Call-Optionsscheins zu Verlusten führen würde. Beides ist jedoch nicht der Fall.

Die bevorstehende Dividendenausschüttung und deren Höhe sind in der Regel bekannt, sodass der Markt diese Information vorab einpreisen kann. Dies bedeutet, dass der Preis der Optionsscheine diese erwartete Kursbewegung bereits lange vor dem Ex-Tag berücksichtigt. Die tatsächliche Dividendenausschüttung und der damit verbundene Kursrückgang der Aktie führen daher zu keiner signifikanten Wertveränderung des Puts oder Calls.

Sollte das zugrunde liegende Unternehmen jedoch unerwartet die Dividende erhöhen, senken oder gar ausfallen lassen, hat dies Einfluss auf den Preis des Optionsscheins. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Dividendenänderungsrisiko. Ein Beispiel für eine überraschend starke Dividendenkürzung lieferte jüngst der DAX-Konzern Bayer.

Dividenden und Knock-out-Produkte

Bei einem Long-Knock-out-Zertifikat besteht die Befürchtung, dass der Aktienkurs am Ex-Tag aufgrund des Dividendenabschlags gefährlich nahe an die Knock-out-Schwelle heranrückt oder diese sogar unterschreitet, wodurch das Zertifikat an Wert verliert oder sogar wertlos wird.

Bei Open-End-Produkten passt der Emittent die Knock-out-Schwelle bzw. den Basispreis entsprechend der Dividende nach unten an. Ein Einfluss der Dividende auf den Kurs wird somit weitestgehend verhindert. Durch diese Vorgehensweise besteht auch kein Dividendenänderungsrisiko, da der Basispreis einfach angepasst werden kann. Anders verhält es sich bei einem Knock-out-Zertifikat mit begrenzter Laufzeit. Hier wird die Knock-out-Schwelle bzw. der Basispreis nicht angepasst. Stattdessen wird die Dividende bei der Emission im Aufgeld berücksichtigt. Da in diesem Fall die erwartete Dividende in die Berechnung einfließt, kann sich eine Änderung der Dividende auf den Preis des Zertifikats auswirken. Es besteht also ein Dividendenänderungsrisiko.

Dividenden und Express-Aktienanleihen Protect

Bei Express-Aktienanleihen Protect werden die anfallenden Dividenden zur Finanzierung verwendet und nicht ausgeschüttet. Änderungen bei den Dividenden während der Laufzeit können sich jedoch direkt auf den Kurs der Anleihe auswirken. Überraschende Dividendenerhöhungen können zu einem Wertverlust der Anleihe führen, während unerwartete Dividendenkürzungen oder -ausfälle einen Kursanstieg zur Folge haben können.

Mehr onemarkets Produktwissen hier: https://www.onemarkets.de/de/wissen/produkt-wissen.html

Bildnachweis:

  • iStockphoto: Thanakorn Lappattaranan

Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss.

Diese Informationen stellen keine Anlageberatung, sondern eine Werbung dar. Das öffentliche Angebot erfolgt ausschließlich auf Grundlage eines Wertpapierprospekts, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin") gebilligt wurde. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Empfehlung zu verstehen, diese Wertpapiere der UniCredit Bank GmbH zu erwerben. Allein maßgeblich sind der Prospekt einschließlich etwaiger Nachträge und die Endgültigen Bedingungen. Es wird empfohlen, diese Dokumente vor jeder Anlageentscheidung aufmerksam zu lesen, um die potenziellen Risiken und Chancen bei der Entscheidung für eine Anlage vollends zu verstehen. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.

Funktionsweisen der Produkte