Wertvolle Medizin


von onemarkets Magazin
am 13.09.17 um 7:58 Uhr in Investment / Magazin / onemarkets Magazin September 2017


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onemarkets MagazinLaut Deloitte werden die Gesundheitsausgaben bis 2020 weltweit um 4,0 Prozent p. a. auf 8,7 Billionen Dollar steigen. Übernahmen wie zuletzt Actelion durch J&J stehen in der Pharma- und Biotechbranche sozusagen auf der Tagesordnung. Mit sorgfältig ausgewählten Produkten lässt sich bei bedingtem Teilschutz in den Healthcare-Sektor investieren.

„Gesundheit ist eine wichtige Voraussetzung für glückliches Leben“, das wusste schon der bekannte Philosoph Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Christus. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Aufgrund des zunehmenden Wohlstands in Verbindung mit einer steigenden Anzahl an Zivilisationskrankheiten nimmt das Streben nach Wohlbefinden sogar stark zu.

Globaler Wachstumsmarkt

Egal ob Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte oder Pflegeheime, in das eigene Wohlergehen wird immer mehr Geld investiert. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland beliefen sich im Jahr 2015 auf 344,2 Milliarden Euro bzw. 4.213 Euro je Einwohner. Laut Statistischem Bundesamt entspricht dies einem Anteil von 11,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Folglich wandert mehr als jeder neunte Euro in die Gesundheit. Deutschland liegt damit klar über dem EU-Durchschnitt von 9,9 Prozent des BIP. Im Vergleich 2015 zu 2014 kletterten die Gesundheitsausgaben um 4,5 Prozent und damit das vierte Jahr in Folge stärker als das Bruttoinlandsprodukt. Mit Blick zurück auf den Jahrtausendwechsel sind sie sogar um mehr als 60 Prozent angestiegen.

Eine immer flächendeckendere Versorgung sowie eine zunehmende Verfügbarkeit medizinischer Dienstleistungen treiben die Ausgaben – vor allem in den Schwellenländern – weiter an. So rechnet die Unternehmensberatung McKinsey damit, dass die Emerging Markets bis 2020 mit 190 Milliarden US-Dollar zusätzlichem Absatz zu einer der Hauptwachstumsquellen für den Pharmavertrieb werden. Der Pharmamarkt insgesamt soll laut der Experten von Deloitte bis 2020 um jährlich 4,4 Prozent auf 1,3 Billionen Dollar steigen.

Der Kuchen wird aber nicht nur unter den Big Playern aus Übersee wie Pfizer, Merck & Co. und Johnson & Johnson (J&J) aufgeteilt. Die Europäer sind mittlerweile auf Augenhöhe mit den US-Konzernen. Firmen wie Roche, Novartis oder auch Sanofi verfügen über ebenso unverzichtbare Pillen. Erstgenannte ist der größte Krebsmittelhersteller weltweit. Damit das auch so bleibt, investiert Roche massiv in Forschung & Entwicklung (F&E). Aus diesen Laboren stammen wichtige Medikamente wie Rituxan, Avastin und Herceptin, die allesamt auf mehr als sechs Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr kommen. Ein neuer Blockbuster steht in den Startlöchern: Ocrevus. Die Arznei gegen Multiple Sklerose generierte seit der offiziellen Vorstellung im April 2017 165 Millionen Dollar. 2022 werden dem Medikament bereits 4,1 Milliarden Dollar zugetraut.

Wachstum durch Übernahmen

Roche stemmt sein Wachstum aber nicht ausschließlich aus eigener Kraft, auch Zukäufe gehören zum Geschäftsmodell der Schweizer. Während es sich bei der angestrebten Übernahme des US-Biotech-Konzerns Tesaro bis dato nur um ein Gerücht handelt, haben die Basler bei der jüngsten Finanzierungsrunde der französischen Biotech-Schmiede GenSight bereits zugeschlagen. Mit dabei war auch der heimische Rivale Novartis. Mit dem frischen Geld der beiden Eidgenossen soll eine Gentherapie gegen eine seltene, aber gefährliche Augenkrankheit in die klinischen Tests geschickt werden.

Um das Produktportfolio aufzupeppen, engagierte sich Novartis kürzlich auch bei der israelischen Gamida. Diese Firma arbeitet mit Nabelschnur-Stammzellen, welche Krebspatienten helfen sollen, die eine Knochenmarkspende bräuchten, aber keinen passenden Spender finden. Zudem machen die Eidgenossen gemeinsame Sache mit dem US-Biotech-Riesen Amgen. Miteinander entwickeln sie derzeit das Migränemittel Erenumab, das bereits Phase III erreicht hat. Bei Novartis steht dieses Jahr noch ein wichtiger Medikamentenlaunch an. Das unter dem Kürzel LEE011 entwickelte Produkt, das mittlerweile den Namen Ribociclib trägt, hat bereits von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Zulassung bekommen. Ende Juni empfahl nun auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Behandlung von Brustkrebs mit Ribociclib. Schätzungen zufolge wird die Arznei Novartis in drei Jahren einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar einbringen.

Die Jagd nach neuen Krebsmedikamenten bestimmt auch das M&A-Geschäft. Nach Berechnungen von Clarivate Analytics kam es im vergangenen Jahr zu 42 Übernahmen mit einem Onkologie-Fokus. Das entspricht einem Fünftel aller Pharma-Deals. Fusionen und Übernahmen sind aber auch in anderen Bereichen ein probates Wachstumsmittel. So hat sich beispielsweise der US-Biotech-Riese Gilead Sciences 2012 Pharmasset und dessen aussichtsreiche Hepatitis-C-Produktpalette einverleibt. Zusammen mit seinen HIV-Medikamenten generiert Gilead hohe Cashflows und sitzt mittlerweile auf einem Geldpolster von rund 30 Milliarden Dollar, welches sich für neue Übernahmen einsetzen lässt. Zuletzt tauchten am Markt unbestätigte Gerüchte auf, dass eine Übernahme von Vertex Pharmaceuticals eine gute Lösung sein könnte. Das Unternehmen verfügt über ein Portfolio an Wirkstoffen gegen seltene Krankheiten.

Auch die französische Sanofi möchte sich breiter aufstellen, um ihre Abhängigkeit vom Diabetes-Geschäft zu verringern. Zuletzt war der Konzern an dem Schweizer Lungenmedikamentenspezialisten Actelion interessiert, zog aber gegenüber US-Pharma-Gigant J&J den Kürzeren. Mitte Juli gelang Sanofi nun die Übernahme der auf Impfstoffe spezialisierten US-Biotech-Firma Protein Sciences. Im dritten Quartal 2017 soll der Deal unter Dach und Fach gebracht werden. Aber auch im Kerngeschäft mit der Volkskrankheit Diabetes hat Sanofi – alleine schon wegen der stark zunehmenden Zahl an Kranken – gute Chancen, weiter zu wachsen. Wurden 2011 weltweit 366 Millionen Zuckerpatienten gezählt, geht die International Diabetes Federation für das Jahr 2030 von 552 Millionen Betroffenen aus.

Deutsche Nischenplayer

Im billionenschweren Gesundheitsmarkt spielen auch kleinere Nischenplayer wie die deutschen Biotech-Firmen Evotec und MorphoSys erfolgreich mit. Letztgenannte erhielt im Juli die US-Zulassung für das Schuppenflechte-Mittel Guselkumab, das gemeinsam mit dem Partner J&J entwickelt wurde. Damit kommt der erste von einem Partner entwickelte Antikörper aus den Laboren von MorphoSys auf den Markt. Vorstandschef Simon Moroney erwartet einen Anteil am Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Erlöspotenzial der Arznei wird auf ein bis zwei Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. In freudiger Erwartung dieser Neuigkeit legte die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten bereits um knapp die Hälfte zu. TecDAX-Mitstreiter Evotec bringt es im gleichen Zeitraum sogar auf ein Plus von rund 250 Prozent. Zahlreiche Allianzen mit Großkonzernen wie Bayer, Novartis oder Shire zahlen sich allmählich aus. Zudem konnten die Hamburger mit dem Pharma-Konzern Novo A/S einen wichtigen strategischen Investor an Bord holen. Die Dänen beteiligten sich Anfang des Jahres mit 8,9 Prozent an Evotec.

Anleger müssen nicht zwangsläufig ein vollständiges Aktienrisiko in dem aussichtsreichen Sektor eingehen. Sie können auch mit bedingtem Teilschutz in ausgesuchte Branchenvertreter investieren. HypoVereinsbank onemarkets füllte jüngst beispielsweise die Palette an Discount-Zertifikaten mit Basiswerten wie  Novartis und Roche auf. Wichtig: Die in der Tabelle aufgeführten Produkte haben keinen Kapitalschutz. Ein deutlicher Rückgang beim Basiswert kann daher zu hohen Verlusten bei Aktienanleihe bzw. Zertifikat führen. Da es sich bei den Produkten um Schuldverschreibungen der UniCredit Bank AG handelt, besteht ein Emittentenrisiko. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten, d. h. Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit, kann es zu Verlusten bis hin zum Totalverlust kommen.

HVB-Anlageprodukte auf Unternehmen aus der Pharma- und Biotech-Industrie
Basiswert Produkttyp ISIN Letzter Rückzahlungstermin Ausstattungsmerkmale
Amgen HVB USD Express Aktienanleihe Protect DE000HVB2BH2 30.03.2020 Zinssatz: 6,50 % p. a., Barriere: USD 116,018
Evotec HVB Aktienanleihe DE000HW3NNS6 22.06.2018 Zinssatz: 14,70 % p. a., Basispreis: EUR 15,–
Gilead Sciences HVB Discount Zertifikat DE000HW3Y9D7  28.09.2018 Cap*: USD 65,–, Discount: 11,92 %, Maximalrendite: 8,64 %
MorphoSys HVB Bonus Cap Zertifikat  DE000HU9P2N0  22.06.2018 Bonuslevel: EUR 80,–, Barriere: EUR 45,–
Novartis HVB Discount Zertifikat  DE000HW3XVG3  28.09.2018 Cap*: CHF 80,–, Discount: 7,80 %, Maximalrendite: 7,86 %
Roche HVB Discount Zertifkat  DE000HW3XV49 22.06.2018 Cap*: CHF 240,–, Discount: 7,77 %, Maximalrendite: 6,26 %
Sanofi HVB Express Aktienanleihe Protect DE000HVB2D65 08.05.2020 Zinssatz: 5,45 % p. a., Barriere: EUR 71,52
*obere Kursgrenze
Die Produktdetails sind auf der Internetseite www.onemarkets.de veröffentlicht; Information zur Funktionsweise des Produkts
Da es sich bei den Produkten um Schuldverschreibungen der UniCredit Bank AG handelt, besteht ein Emittentenrisiko. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten, d. h. Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit, kann es zu Verlusten bis hin zum Totalverlust kommen.
Stand: 28.8.2017

Bildnachweise:

  • iStock: Sturti

Wissen

Klinische Studien

Neue Arzneimittel durchlaufen in der Regel drei klinische Phasen, in denen sie auf ihre Unbedenklichkeit und Wirksamkeit geprüft werden. In Phase I wird eine neue Arznei erstmals am Menschen getestet. In Phase II erfolgt der Nachweis medizinischer Wirksamkeit am Patienten. Die letzte Phase III umfasst die Studien, bei denen die für die Zulassung entscheidenden Daten zum Wirksamkeitsnachweis ermittelt werden.

Blockbuster

Als Blockbuster werden besonders erfolgreiche Medikamente bezeichnet, die jährlich einen Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar erzielen.



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Für Produktinformationen sind allein maßgeblich der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen. Alle Produktunterlagen und Informationen unter: www.onemarkets.de.

Funktionsweisen der HVB Produkte (http://blog.onemarkets.de/funktionsweisen/).


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