Tech-Aktien: Kaufen nach dem Crash?
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An Nervenkitzel fehlte es an der Börse im ersten Halbjahr nicht. Dies gilt vor allem für die Tech-Aktien mit überproportionalen Verlusten. Daraus können sich nun Chancen ergeben.

Eine galoppierende Inflation, steigende Zinsen, Lieferengpässe und geopolitische Spannungen – die Aktienmärkte befinden sich in einer lange nicht mehr da gewesenen Stresssituation. Diese angespannte Lage bekommt vor allem die Technologiebranche zu spüren. Zwar verbuchte der MSCI® World Index mit einem Minus von 21 Prozent von Januar bis Juni die schwärzeste erste Jahreshälfte seiner Geschichte, doch der US-Tech-Index Nasdaq-100® schnitt mit einem Verlust von knapp 30 Prozent noch deutlich schlechter ab.

Damit befindet sich der Nasdaq-100® offiziell in einem „Bärenmarkt“. Davon sprechen Börsianer, wenn ein Index mindestens 20 Prozent unter seinen Höchststand abgetaucht ist. Der Absturz weckt Erinnerungen an das Platzen der New-Economy-Blase nach der Jahrtausendwende. Betrachtet man nur den Zeitraum zwischen dem Hoch im November 2021 und dem aktuellen Stand Ende Juni, ist der Beginn des Ausverkaufs bisher sogar schlimmer als damals (siehe Grafik):

Steigende Zinsen

Zwischen den beiden Baisse-Abschnitten finden sich Parallelen. Zum einen herrscht heute wie damals vielerorts die Meinung, dass Technologiefirmen im Verhältnis zu ihren Gewinnen teuer sind. Zum anderen steigen die Zinsen. Ende 1999 und Anfang 2000, also noch vor dem Dotcom-Crash, schraubte die Federal Reserve den Leitsatz nach oben. Heute drehen die Währungshüter ebenfalls den Geldhahn zu, zuletzt sogar so stark wie seit 1994 nicht mehr. Anders als vor zwei Jahrzehnten, als die Fed schnell auf den Crash reagierte und zwischen 2001 und 2013 ganze 13 Mal in Folge die Zinsen senkte, gibt es heute keine Anzeichen einer Verlangsamung bei den Erhöhungen. Im Gegenteil: Ende Juni stellte Notenbankchef Jerome Powell klar, dass man alles dafür tun werde, um ein Abgleiten in ein höheres Inflationsregime zu verhindern, selbst wenn dies das Wachstum gefährde.

Bereits heute ist die Weltwirtschaft in Gefahr. So hat die OECD ihre Wachstumsaussichten für die globale Konjunktur zuletzt deutlich zurückgeschraubt. Die Expert:innen senkten ihre Prognosen von 4,5 Prozent auf 3,0 Prozent. Sogar das R-Wort macht inzwischen die Runde. Die zunehmenden Rezessionsängste dürften auch eines der bestimmenden Themen im zweiten Börsenhalbjahr sein.

Doch zurück zu den Zinsen. Tech-Aktien leiden gemeinhin besonders stark unter steigenden Zinsen, da sich ihre Bewertung in der Regel auf Wachstumsversprechen in der ferneren Zukunft beziehen. Ein Großteil des Mittelzuflusses wird also erst in vielen Jahren erwartet. Das ist bei niedrigen Zinsen unproblematisch. Ziehen diese aber an, müssen zukünftige Gewinne mit einem höheren Zinssatz abdiskontiert werden. In der Folge bauen sich dann die oftmals aufgeblähten Bewertungen ab.

Gewinnen im Seitwärtstrend

Da das Börsenumfeld auch in der zweiten Jahreshälfte angespannt bleiben dürfte, sind konservativen Naturen Direktinvestments vermutlich zu riskant. Eine Lösung bieten Renditeoptimierungsprodukte, die bereits in einem Seitwärtstrend Erträge ermöglichen. Neben Anlagelösungen auf bekannte Tech-Größen wie Apple, Amazon oder Microsoft bietet HypoVereinsbank onemarkets strukturierte Produkte auch auf eine Vielzahl von weiteren Technologiewerten an. Wir haben daher für diesen Beitrag einige Titel aus dem Nasdaq-100® Index herausgefiltert, die durch den Ausverkauf in eine für Investments interessante Kursregion vorgedrungen sein könnten. Darunter prominente Namen wie Netflix, Meta Platforms oder Adobe, aber auch nicht ganz so stark im Rampenlicht stehende Werte wie ASML Holding, Intuitive Surgical oder Salesforce.com. Mit entsprechenden Produkten (siehe Tabelle rechte Seite unten) müssen die Aktien nicht zwingend einen „U-Turn“ an der Börse hinlegen, um Erträge zu erzielen. Eine Kursstabilisierung reicht dafür in der Regel schon aus.

Temporäre Wachstumspause

Angesichts der drohenden konjunkturellen Abschwächung müssen die meisten Technologie-Unternehmen in diesem Jahr wohl kleinere Brötchen backen. Die Wachstumspause muss aber nicht von nachhaltiger Natur sein. So weist der Analystenkonsens für die von uns identifizierten Unternehmen prozentual hohe Gewinnzuwächse für das kommende Jahr aus (siehe Grafik unten). Beispielsweise wird bei ASML – die Niederländer sind sowohl im Nasdaq-100® als auch EURO STOXX 50® gelistet – mit einem Gewinnanstieg von fast 26 Prozent gerechnet. Dem Zulieferer für die Halbleiterindustrie kommen die umfangreichen Investitionen der Chip-Produzenten entgegen. ASML ist mit seinen DUV- und EUV-Lithografiemaschinen nahezu unverzichtbar für die Halbleiter-Hersteller. Im Bereich EUV, die Technologie ermöglicht aufgrund der extremen ultravioletten Lichtwellen immer feinere Strukturen auf Chips, besitzt der Konzern sogar eine Monopolstellung. Für 2025 stellt der Vorstand einen Jahresumsatz zwischen 24 und 30 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge zwischen 54 und 56 Prozent in Aussicht. Zum Vergleich: 2021 lag der Umsatz bei 18,6 Milliarden Euro, die Bruttomarge bei 52,7 Prozent.

Eine höhere Profitabilität hat sich auch Salesforce.com auf die Fahnen geschrieben – und das kurzfristig. Der Cloud-Spezialist, der im Bereich von Kundenmanagementsoftware Marktführer ist, nahm für das laufende Quartal bis Ende Juli zwar die Umsatzschätzung leicht zurück, dafür wurde das Gewinnziel nach oben revidiert – ergo, die Marge steigt. Auch die Aussichten über das laufende Jahr hinaus sind rosig. Salesforce geht davon aus, dass der für sie relevante Markt zwischen 2021 und 2025 mit einer durchschnittlichen Rate von 13 Prozent pro Jahr zulegen wird.

Gefragte Tech-Trends

Potenzial verspricht auch der Megatrend „Digital Payments“. Dieser soll laut dem Datenspezialisten Statista im Jahr 2022 voraussichtlich einen Wert von 8,56 Billionen US-Dollar erreichen und bis 2026 im Schnitt pro Jahr um 12,7 Prozent zulegen. Davon möchte sich der Zahlungsdienstleister PayPal eine Scheibe abschneiden. Der US-Konzern wickelte allein im ersten Quartal 2022 rund 5,61 Milliarden Bezahlvorgänge über sein System ab und verbuchte dabei ein Transaktionsvolumen von 323 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren belief sich die Anzahl der Bezahlvorgänge „erst“ auf 1,4 Milliarden, folglich haben sie sich seither vervierfacht. Das Wachstum soll auch weiter anhalten. Wenngleich PayPal in Europa und den USA bereits die am meisten akzeptierte digitale Geldbörse ist, rechnet der Konzern für das laufende Jahr mit 15 bis 20 Millionen neuen Kunden.

Nachhaltige Trends sind auch im Gesundheitswesen zu finden, bspw. bei Medizinrobotern. Das weltweit dominierende Robotiksystem in der Chirurgie ist das Da-Vinci-Modell von Intuitive Surgical. Weltweit wurden bereits mehr als zehn Millionen Da-Vinci-Prozeduren durchgeführt. Der US-Konzern litt zuletzt unter den Corona-Einschränkungen und CEO Gary Guthart geht davon aus, dass es auch in Zukunft noch zu Beeinträchtigungen kommen kann. Allerdings zeigt die Umsatzkurve nach oben: Im ersten Quartal erlöste Intuitive 15 Prozent mehr. Der Gewinn je Aktie ging zwar von 1,17 auf 1,00 US-Dollar zurück, aber weniger stark als von Analysten im Schnitt erwartet.

Während die Intuitive-Aktie im ersten Halbjahr mit einem Rückgang von rund einem Drittel noch eher glimpflich davonkam, stürzten Titel wie Netflix und Meta Platforms regelrecht ab. Beide Unternehmen leiden derzeit unter einer Wachstumsschwäche. Daran hat sich die Bewertung angepasst. Mittelfristig dürfte aber kein Weg an Meta vorbeiführen. Nicht nur, weil der Konzern allein bei seinem Facebook-Netzwerk über 2,9 Milliarden monatliche Nutzer verfügt, auch ist der Konzern Pionier in der neuen virtuellen Welt „Metaversum“.

Bei Netflix waren deutlich zurückgehende Abonnenten-Zahlen für den Kursabsturz verantwortlich. Allerdings könnte die Aktie übergebührlich abgestraft worden sein. So liegt das durchschnittliche Kursziel (Analystenkonsens) für die Aktie momentan bei rund 265 US-Dollar und damit ein gutes Stück über dem aktuellen Kurs bei 175 US-Dollar (Quelle: Refinitiv, Stand: 13. Juli 2022).

Anlagelösungen auf sieben interessante Technologie-Unternehmen
Basiswert Produkttyp ISIN (Letzter) Rückzahlungstermin Ausstattungsmerkmale
Adobe Inc. HVB Inline Optionsschein DE000HB8D990 26.10.2022 Knock-out-Barriere (unten/oben): USD 300,–/USD 500,–
ASML Holding N.V. HVB Bonus Cap Zertifikat DE000HB83808 24.03.2023 Barriere: EUR 330,–, Bonusbetrag (= Cap*): EUR 500,–
Intuitive Surgical Inc. HVB Discount Zertifikat DE000HB4WXJ8 23.06.2023 Cap*: USD 230,–, Discount: 10,2 %
Meta Platforms Inc. HVB Bonus Cap Zertifikat DE000HB5ZC75 23.06.2023 Barriere: USD 130,–, Bonusbetrag (= Cap*): USD 275,–
Netflix Inc. HVB Bonus Cap Zertifikat DE000HB5N870 23.06.2023 Barriere: USD 135,–, Bonusbetrag (= Cap*): USD 240,–
PayPal Holdings Inc. HVB Bonus Cap Zertifikat DE000HB5Z4S7D 23.12.2022 Barriere: USD 55,–, max. Rückzahlungsbetrag: EUR 155,–
Salesforce.com Inc. HVB Discount Zertifikat DE000HB4X3S2 23.06.2023 Cap*: USD 190,–, Discount: 9,9 %
* obere KursgrenzeDie Produktdetails sind auf der Internetseite www.onemarkets.de veröffentlicht; Information zur Funktionsweise des Produkts
Stand: 13.07.2022

 

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