Lufthansa steckt in Turbulenzen
0
Print Friendly, PDF & Email

Die Deutsche Lufthansa befindet sich seit Monaten im Sinkflug. Dabei drückten durchwachsene Zahlen für das erste Quartal und eine Flut schlechter Nachrichten. Nach Angaben von Refinitiv ist ein großer Teil der Analysten mittelfristig dennoch zuversichtlich gestimmt. Die Bewertung hat derweil ein extrem niedriges Niveau erreicht.

Erst sorgten Streiks einiger Beschäftigungsgruppen für Flugausfälle. Die Lufthansa bezifferte den Aufwand im März auf rund 250 Millionen Euro. Nach zähen Verhandlungen einigte sich die Airline mit den Gewerkschaften. Diese Einigung kommt der Fluglinie jedoch teuer zu stehen. Personalkosten zählen neben den Materialkosten zu den großen Kostenblöcken des Konzerns. Im zurückliegenden Quartal lag der Personalkostenanteil gemessen am Umsatz bei rund 30 Prozent. Mit 2,54 Milliarden Euro lagen die Kosten rund 17 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Umsatz stieg trotz des Anstiegs der verkauften Sitzkilometer um zwölf Prozent hingegen nur um fünf Prozent. Der Anstieg der Kosten konnte somit nicht in vollem Umfang an die Fluggäste weitergegeben werden. Vor einigen Tagen kündigte die Fluggesellschaft die Einführung eines Umweltkostenzuschlags an. Dahinter stecken zunehmend restiktivere Umweltauflagen der EU. Zum 1. Mai 2024 erhöhte die Bundesregierung zudem die Ticketsteuer drastisch. Fliegen wird somit immer teurer.

Die Welle der schlechten Nachrichten ist damit längst nicht zu Ende. Kürzlich stimmte Lufthansa in den USA der Flugkostenerstattungen von insgesamt 775 Millionen US-Dollar zu. Zudem zeichnen sich Verschiebungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge ab. 30 neue Passagierflugzeuge sind für dieses Jahr bestellt. Wie viele tatsächlich geliefert werden, ist jedoch noch offen. Damit nicht genug. Eine Entscheidung zu einer möglichen Beteiligung an der italienischen ITA, wurde stetig verschoben. Nun hat die EU-Behörde eine Entscheidung bis spätestens 4. Juli 2024 angekündigt.

Die ersten drei Monate des Jahres zählen traditionell zu den schwächeren Monaten. Im Laufe des zweiten und dritten Quartal fliegt der Konzern meist zurück in die schwarzen Zahlen. Dabei erwartet das Unternehmen eine weitere Erholung sowohl im Privat- als auch im Geschäftsreisesegment. Vor diesem Hintergrund soll das Flugangebot in der gesamten Lufthansa-Gruppe weiter ausgeweitet werden und rund 92 Prozent des Vorkrisenniveaus von 2019 erreichen. Nach Angaben von Refinitiv zeigt sich ein großer Teil der Analysten mittelfristig zuversichtlich für die Aktie und verweist auf die starke Marktposition und die Bewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4,3 und einer Dividendenrendite von 5,2 Prozent (Quelle: Refinitiv) erscheint das Papier moderat bewertet.

Chart: Deutsche Lufthansa

Widerstandsmarken: 6,00/6.50/6,95/7,30 EUR

Unterstützungsmarken: 4,90/5,50/5,65 EUR

Die Aktie der Deutschen Lufthansa ist seit Anfang März 2023 im Sinkflug. Seit Dezember 2023 hat sich der Abwärtstrend sogar verschärft. Vor einigen Tagen sackte das Papier unter die 6-Euromarke. Der kurzfristige RSI-Indikatoren ist zwar im überverkauften Bereich. Anzeichen für eine nachhaltige Erholung zeigen sich jedoch noch nicht. Ein Anstieg über EUR 6 könnte Kaufimpulse in Richtung EUR 6,50 setzen. Viele Investoren werden jedoch abwarten bis der Kreuzwiderstand bei EUR 6,50 überwunden ist und auf eine Erholung bis EUR 6,95 beziehungsweise EUR 7,30 spekulieren. Auf der Unterseite findet der MDAX®-Wert zwischen EUR 5,50 und EUR 5,65 eine solide Unterstützung. Eine Verletzung dieser Marke könnte zu einer weiteren Verkaufswelle bis EUR 4,90 führen.

Deutsche Lufthansa in EUR; Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Betrachtungszeitraum: 11.05.2022 – 27.06.2024. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

Deutsche Lufthansa in EUR; Monatschart (1 Kerze = 1 Monat)

Betrachtungszeitraum: 28.06.1997 – 27.06.2024. Historische Betrachtungen stellen keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen dar. Quelle: tradingdesk.onemarkets.de

Strukturierte Produkte wie Aktienaleihen Protect könnten eine interessante Investmentmöglichkeit sein. Bei der unten beschriebenen Aktenanleihe Protect wird eine Barriere bei 80 Prozent des Referenzpreises am Anfänglichen Beobachtungstag fixiert. Notiert die Aktie am 27.05.2027 auf Höhe der Barriere oder darüber, erhalten Anleger neben dem Zinssatz den Nennwert zurück. Andernfalls erhalten Anleger zwar den Zinssatz, dennoch können Verluste drohen. Faktor Optionsscheine bieten risikofreudigen Anlegern die Möglichkeit gehebelt von einer Auf- beziehungsweise Abwärtsbewegung der Aktie teilzunehmen. Es drohen jedoch hohe Verluste, wenn die Aktie die entgegengesetzte Richtung einschlägt.

Basiswert Produkttyp WKN Emissionspreis Finaler Beobachtungstag Bemerkung
Deutsche Lufthansa Express Aktienanleihe Protect HV4XU4* 101,25%** 23.07.2027 Barriere: 50%***; Zinssatz: 6.90 % p.a.
Deutsche Lufthansa Express Plus Zertifikat HV4XTR*** 1.000,00 EUR 16.07.2029 Barriere: 60%***; Höchstbetrag: 1.460 EUR
* Zeichnungsfrist bis 25.07.2024  (vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung); ** des Nennbetrags;*** x Referenzpreis am Anfänglichen Beobachtungstag; **** Zeichnungsfrist bis 19.07.2024  (vorbehaltlich einer vorzeitigen Schließung); Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 27.06.2024; 09:10 Uhr; 

Faktor Optionsscheine Long auf Deutsche Lufthansa für eine Spekulation auf einen Anstieg der Aktie

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Basispreis in EUR Reset Barriere in EUR Hebel Letzter Bewertungstag
Deutsche Lufthansa HC15QK 3,72 3,810347 4,28664  3 Open End
Deutsche Lufthansa HD3NAQ 3,63 4,572292  5,143829  5 Open End
Deutsche Lufthansa HD6J5N 10,07 5,14375  5,543934  10 Open End
Deutsche Lufthansa HD6C65 4,02 5,334236  5,600948  15 Open End
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 27.06.2024; 09:10 Uhr

Faktor Optionsscheine Short auf Deutsche Lufthansa für eine Spekulation auf einen Kursverlust der Aktie

Basiswert WKN Verkaufspreis in EUR Basispreis in EUR Reset Barriere in EUR Hebel Letzter Bewertungstag
Deutsche Lufthansa HC285A 9,65 7,618816  7,14264  -3 Open End
Deutsche Lufthansa HC2VQX 6,37 6,856872  6,285695  -5 Open End
Deutsche Lufthansa HC4T9V 6,19 6,285414  5,885662  -10 Open End
Deutsche Lufthansa HD5G7G  29,75 6,094928  5,82797  -15 Open End
Quelle: onemarkets by UniCredit; Stand: 27.06.2024; 09:10 Uhr

Weitere Produkte auf die Aktie der Deutsche Lufthansa finden Sie unter www.onemarkets.de oder emittieren Sie einfach Ihr eigenes Hebelprodukt. Mit my.one direct bei stock3 Terminal können Sie in wenigen Schritten Ihr persönliches HVB Hebelprodukt konfigurieren und emittieren!

Bitte beachten Sie die wichtigen Hinweise und den Haftungsausschluss.

Diese Informationen stellen keine Anlageberatung, sondern eine Werbung dar. Das öffentliche Angebot erfolgt ausschließlich auf Grundlage eines Wertpapierprospekts, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ("BaFin") gebilligt wurde. Die Billigung des Prospekts ist nicht als Empfehlung zu verstehen, diese Wertpapiere der UniCredit Bank GmbH zu erwerben. Allein maßgeblich sind der Prospekt einschließlich etwaiger Nachträge und die Endgültigen Bedingungen. Es wird empfohlen, diese Dokumente vor jeder Anlageentscheidung aufmerksam zu lesen, um die potenziellen Risiken und Chancen bei der Entscheidung für eine Anlage vollends zu verstehen. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.

Funktionsweisen der Produkte: https://blog.onemarkets.de/funktionsweisen

Ähnliche Artikel

Lufthansa – trotz Streikende zögern die Anleger noch

Die Deutsche Lufthansa hatte in den zurückliegenden Monaten einige Turbulenzen zu überstehen. Anhaltende Streiks verschiedener Beschäftigungsgruppen und bei Systempartnern sorgten im ersten Quartal für Flugausfälle und überraschend hohe Verluste. Das Management sah sich gar gezwungen, die Ziele für das Gesamtjahr