Interview: Investitionen in effizientere und ressourcenschonendere Technologien tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern sparen den Unternehmen häufig auch Kosten.
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Astrid Faulstich, Leiterin Business Development Wholesale Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Allianz Global Investors, und Jennifer Nerlich, CFA, Portfoliomanagerin im Bereich Systematic Equity bei Allianz Global Investors, sprechen mit Richard Pfadenhauer, Chefredakteur des onemarkets Magazins, über Klimaschutz und den Umgang von Unternehmen mit diesem wichtigen Thema. Außerdem erläutert Jennifer Nerlich, welche Rolle Nachhaltigkeit beim Management des onemarkets Allianz Global Equity Future Champions Fund spielt und welchen Investmentansatz sie verfolgt.

onemarkets: Frau Faulstich, Frau ­Nerlich, fahren Sie schon ein E-Auto?

Astrid Faulstich: Wir haben tatsächlich zwei Autos. Ein reines E-Auto und ein Hybrid-Fahrzeug für längere Strecken. In die Arbeit fahre ich meist mit dem Fahrrad.

Jennifer Nerlich: Ich wohne ebenfalls in der Stadt und lege die meisten Strecken mit dem Fahrrad zurück. Das Auto ist noch ein Verbrenner. Das werden wir ändern, sobald sich die Ladeinfrastruktur deutlich verbessert.

onemarkets: Klimaschutz betrifft alle – Privatpersonen sowie Unternehmen. Wie gehen Unternehmen mit diesem Thema um?

Nerlich: Das Thema Klimaschutz steht bei den meisten westlichen Unternehmen weit oben auf der Agenda. Die Treiber sind dabei durchaus vielfältig. Kund:innen achten beim Kauf von Produkten immer mehr auf den CO2-Ausstoß. Bestes Beispiel ist der Automobilmarkt. Investor:innen machen sich zunehmend Gedanken, welche Emissionen sie denn mit ihrem Investment zu finanzieren bereit sind. Allerdings bewegen auch stetige Veränderungen des regulatorischen Umfelds Unternehmen dazu, immer mehr über das Thema Klimaschutz nachzudenken. In Europa hat der CO2-Ausstoß zudem einen Preis. Es geht um die sogenannten CO2-Zertifikate. Dies sorgt dafür, dass Unternehmen stetig daran arbeiten, effizienter und ressourcenschonender zu produzieren und somit Kosten zu sparen.

onemarkets: Eine Vielzahl von Unternehmen hat in den zurückliegenden Jahren für sich Klima- und CO2-Ziele formuliert. Wie wichtig ist ein solches öffentliches Bekenntnis?

Nerlich: Wichtig ist, dass Unternehmen nicht nur entsprechende Meldungen auf ihrer Website veröffentlichen, sondern beispielsweise auch Science-based Targets nutzen. Dort können sie ihre Transitionspläne und ihre Ziele einreichen und dort wird auch öffentlich verifiziert, ob es mit dem 1,5-Grad-Ziel einhergeht. Darüber hinaus kann dort auch beobachtet werden, welche Fortschritte die Unternehmen machen und inwieweit sie ihre Zwischenziele einhalten. Wir können klar erkennen, dass wir hinsichtlich der Transparenz in Europa zu den Vorreitern gehören.

onemarkets: Beim Thema Klimaschutz und CO2-Ausstoß ist viel von E-Autos die Rede. Wie sieht es in anderen Sektoren aus?

Nerlich: Es gibt in allen Sektoren Bestrebungen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Allerdings ist es nicht in allen Bereichen aktuell schon möglich. Der Stahl- und Chemiesektor zählen zu den energieintensivsten Industrien. Es gibt zwar verschiedene Pilotprojekte, mit denen CO2 durch die Nutzung erneuerbarer Energien eingespart werden kann. Bis die fossilen Brennstoffe jedoch vollständig abgelöst werden können, werden noch Jahre vergehen. Wir sehen jedoch viele Ideen und zahlreiche Start-ups, die diese Entwicklungen vorantreiben.

onemarkets: Die Zinsen steigen. Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit kosten. Droht das Thema Nachhaltigkeit aus Kostengründen ins Abseits gestellt zu werden?

Nerlich: Das sehe ich nicht. Wie bereits angesprochen, können Investitionen in effizientere und ressourcenschonendere Technologien nicht nur zum Klimaschutz beitragen. Vielmehr kann das Unternehmen häufig auch Kosten sparen. Nachhaltigkeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Klimaschutz. Nachhaltigkeit ist ein viel breiteres Feld. So gehören Biodiversität sowie der soziale und der Governance-Bereich, also die Unternehmensführung, ebenfalls dazu. Hier geht es nicht primär darum, Kapital zu investieren, sondern die Bereitschaft, Dinge zu ändern. Dazu zählt beispielsweise, mehr Teilzeitstellen für Frauen zu kreieren und damit den Frauenanteil in wichtigen Positionen zu erhöhen oder die Vergütung der Unternehmensführung auch von Klima­zielen abhängig zu machen. Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit müssen also nicht immer nur mit hohen Kosten verbunden sein.

onemarkets: Sie managen den onemarkets Allianz Global Equity Future Champions Fund. Der Fokus des Fonds liegt auf Unternehmen, die, gemessen an Nachhaltigkeitskennzahlen und CO2-Emissionen, zu den besten der Welt zählen. Können Sie diesen Ansatz kurz beschreiben?

Nerlich: Dieser aktiv gemanagte globale Aktienfonds fokussiert sich ganz klar auf das Thema Nachhaltigkeit. Wir verfolgen dabei die Idee, sowohl Nebenwerte als auch Großkonzerne, die in ihrem Bereich hinsichtlich Nachhaltigkeit führend sind, in ein Portfolio zu integrieren. Dabei gibt es drei wichtige Schritte. Ausgangspunkt sind alle Titel aus den entwickelten Märkten. In einem ersten Schritt werden alle Konzerne ausgeschlossen, die schädliche Geschäftsaktivitäten verfolgen, beispielsweise Waffen produzieren, im Bereich der fossilen Brennstoffe engagiert sind oder gegen internationale Normen verstoßen. Im Anschluss unterziehen wir die übrigen Werte einer Nachhaltigkeitsprüfung.

onemarkets: Wie kommt es, dass Unternehmen aus dem Gesundheitswesen über 20 Prozent des Fonds ausmachen und beispielsweise Basiskonsumgüter und Gebrauchsgüter nur 8 beziehungsweise 1,8 Prozent?

Nerlich: Der entscheidende Faktor ist unsere Anforderung, dass wir ausschließlich in Unternehmen investieren, die nachhaltige Produkte und Dienstleistungen anbieten. Gemessen wird dies unter anderem am Umsatz. Jeder Umsatz wird bezüglich seiner Nachhaltigkeit überprüft. Unternehmen aus dem Gesundheitswesen leisten aufgrund ihres Geschäftsmodells einen großen sozialen Beitrag. Bei Herstellern von Gebrauchsgütern finden wir aktuell wenige Unternehmen, welche die Mindestschwelle für nachhaltige Umsätze vorweisen können. Dies kann sich mittelfristig durchaus ändern.

onemarkets: Aber worin unterscheidet sich der onemarkets Allianz ­Global Equity Future Champions Fund gegenüber anderen nachhaltigen Aktienfonds?

Nerlich: Für uns ist zum einen wichtig, welche Produkte ein Unternehmen herstellt beziehungsweise welche Dienstleistung der Konzern anbietet. Zudem analysieren wir auch wie ein Unternehmen operiert anhand eines Nachhaltigkeitsratings. In beiden Bereichen stellen wir Mindestanforderungen unabhängig vom Sektor in denen Unternehmen aktiv sind. In einem finalen Schritt erhalten die verbliebenen Unternehmen eine Kennzahl, die sich aus Nachhaltigkeitskriterien wie auch finanziellen Kriterien zusammensetzt. Daraus werden die 100 besten Unternehmen aus den verschiedensten Sektoren und Regionen selektiert.

Faulstich: Dieser Fonds ist eine gemeinsame Entwicklung von onemarkets und der Allianz. Dabei war uns wichtig, alle Bereiche der Nachhaltigkeit in diesem Fonds abzudecken. Also der Umwelt- und Klima-, aber auch der soziale Bereich, wo es um faire Arbeitsbedingungen, faire Löhne und soziale Gerechtigkeit geht, sowie der ­Governance-Bereich, also eine gute Unternehmensführung. Dieser Fonds enthält also nur Unternehmen, die alle Bereiche der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Ein starkes Engagement im Klima- und Umweltbereich reicht nicht. Hier unterscheiden wir uns maßgeblich von den meisten anderen Fonds, die sich primär auf den ­Bereich Klimaschutz konzentrieren.

onemarkets: Frau Nerlich und Frau Faulstich, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

Astrid Faulstich, Leiterin Business ­Development Wholesale Deutschland, Österreich und Osteuropa bei Allianz Global Investors.

Jennifer Nerlich, CFA, Portfoliomanagerin im Bereich Systematic Equity bei Allianz Global Investors.


onemarkets Allianz Global Equity Future Champions Fund.

Detaillierte Infos zum Fonds und zur Strategie finden Sie unter:  onemarkets.de/onemarkets-fund

Bildnachweis: iStockPhoto: alvarez

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