Interview: Anlagestratege Christian Stocker mit einem Ausblick auf 2019!
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Christian Stocker, Equity Strategist und Director Corporate & Investment Banking bei der UniCredit, über die Vorteile des Rotationsprinzips.

onemarkets: Herr Stocker, seit Kurzem ist die European Sector Rotation Strategy auch per Fonds von Amundi inves­tierbar. Das Konzept dahinter gibt es jedoch schon seit Längerem. Wie fällt die Zwischenbilanz aus?

Christian Stocker: Sehr positiv. Der UC European Sector Rotation Strategy Index, der im Februar 2016 an den Start ging, hat sich seither um knapp 17 Prozentpunkte besser entwickelt als der Gesamtmarkt in Gestalt des STOXX® Europe 600 Index (Anm. d. Red.: siehe auch Chart). Diese überdurchschnittliche Performance deckt sich mit unseren Simulationen, die wir für die vorangegangenen Jahre durchgeführt haben.

onemarkets: Können Sie uns den Vorteil des Rotationsprinzips erläutern?

Stocker: Die Strategie basiert auf der Annahme, dass sich bestimmte Sektoren beziehungsweise Branchen je nach Konjunkturphase besser beziehungsweise schlechter entwickeln als der Gesamtmarkt. Wir haben also geschaut, wann ist das konjunkturelle Umfeld positiv und wann ist es rückläufig, wobei uns die ifo-Geschäftserwartungen hierfür als Kriterium dienen. Von einem positiven Konjunkturumfeld haben in der Vergangenheit insbesondere zyklische Werte profitiert. Die fünf Sektoren, die in solchen Aufschwungsphasen am besten abgeschnitten hatten, haben wir in einem zyklischen Korb zusammengefasst. Dazu gehören zum Beispiel klassische Industriewerte oder die Automobilbranche. In konjunkturellen Schwächephasen sind dagegen defensive Branchen wie Gesundheit oder Telekommunikation gefragt. Auch hier haben wir analysiert, welche fünf Sektoren in einem solchen Umfeld die besten Outperformance-Chancen erwarten lassen. Sie stellen den defensiven Korb dar. Investiert wird in den Korb, der je nach aktuellem Konjunkturumfeld eine bessere Entwicklung gegenüber dem Gesamtmarkt erwarten lässt. Wechseln die konjunkturellen Vorzeichen, wechselt auch der Korb. Daher die Bezeichnung Sector Rotation.

onemarkets: Können Sie uns ein Beispiel für eine gelungene Rotation nennen?

Stocker: Sehr gerne. Im Februar 2018 ist unser Konjunkturindikator, also die ifo Geschäftserwartungen, von Grün auf Rot gesprungen. Folglich wurde vom zyklischen in den defensiven Branchenkorb umgeschichtet. Ein gutes Timing, denn seither tendiert der Gesamtmarkt zur Schwäche, während defensive Titel bislang vergleichsweise glimpflich davongekommen sind und per Ende November 2018 sogar eine leicht positive Performance aufzuweisen hatten. Zum Vergleich: Der EURO STOXX 50® hatte im gleichen Zeitraum Einbußen von über neun Prozent zu verzeichnen.

onemarkets: Wie schätzen Sie die weiteren Konjunkturperspektiven ein?

Stocker: Wir gehen davon aus, dass sich sowohl die globalen als auch die euro­päische Konjunktur trotz einer Reihe von Unsicherheitsfaktoren im kommenden Jahr robust entwickeln wird. Gleichwohl rechnen wir mit einer Abflachung der Wachstumsdynamik. Für die Eurozone gehen wir zum Beispiel von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums von 2,0 auf 1,7 Prozent aus.

onemarkets: Welche Risiken sollten Anleger im Auge haben?

Stocker: Es gibt eine Reihe von Risiko­faktoren wie etwa den Brexit oder steigende Zinsen. Hervorheben würde ich den Handelskonflikt, der Investoren derzeit besonders umtreibt. Tatsächlich konnten wir in der vergangenen Quartalssaison beobachten, dass Zölle die Produktionskosten der Unternehmen erhöht haben. Gleichwohl fiel das Gewinnwachstum, insbesondere in den USA, noch sehr dynamisch aus. Allerdings gehen wir davon aus, dass der Peak bei den Wachstumsraten nunmehr überschritten ist.

onemarkets: Was bedeutet das für die Märkte im kommenden Jahr?

Stocker: Unter dem Strich erwarten wir eine Seitwärtsbewegung. Als stützend könnten sich die rückläufigen Bewertungen erweisen. Auf der anderen Seite dürften die Kurse aufgrund der genannten Unsicherheits- und Risikofaktoren immer wieder Phasen durchlaufen, in denen es zu Ausreißern nach unten kommen kann. Davon könnten vor allem zyklische Werte betroffen sein. Besser schlafen dürfte man im kommenden Jahr mit defensiven Titeln, weil sie sich in einem stabileren Gewinnumfeld bewegen. onemarkets: Dann wäre der UC European Sector Rotation Strategy Index mit der aktuell defensiven Allokation ja schon richtig aufgestellt? Stocker: Davon gehe ich aus, zumindest für das erste Halbjahr 2019.

onemarkets: Herr Stocker, vielen Dank für das Gespräch.

Bildnachweis:

  • UniCredit

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